Erläuterungen der Fachbegriffe und Behandlungen

Folgende Fachbegriffe und Behandlungen werden hier näher erläutert:
• Bauchdeckenplastik
• Brustchirurgie, Abklärung eines verdächtigen Befundes
• Behandlung von Brustkrebs (Mammakarzinom) als Mitglied im Brustzentrum Regio
• Brustsprechzeiten
• Endometriumablation - Operation bei zu starker Regelblutung
• Laparoskopische Hysterektomie (TLH und LASH)
• TVT – TO - Operation
• Urogynäkologische Diagnostik und Therapie, AGUB II Zertifizierung
• Verkleinerungsoperation der Brüste (Reduktionsplastik)

Bauchdeckenplastik

Eine Bauchdeckenplastik dient zur Straffung der Bauchdecke nach vorangegangener Überdehnung derselben. Als Ursache hierfür finden sich oft Schwangerschaften mit großem Kind oder auch eine exzessive Gewichtszunahme mit nachfolgender Gewichtsreduktion. Der Umfang der Operation kann sehr unterschiedlich sein, je nachdem, ob nur überschüssige Haut ("Fettschürze") oder auch die Muskulatur / Faszienschicht der Bauchdecke gestrafft werden muss.
Die Operation muss in der Regel selbst gezahlt werden. Ausnahmen sind ggf. möglich, müssen aber durch die Kassen genehmigt werden. Die Gesamtkosten betragen derzeit ca. 6.500 Euro. Die Operation wird ausschließlich stationär durchgeführt.

In seltenen Fällen können folgende Komplikationen auftreten:

  • Wundheilungsstörungen / Wundinfektion (<1%)
  • überschießende Narbenbildung (Keloid)
  • Mangeldurchblutung des Nabels, falls dieser verpflanzt wurde

Eine Bauchdeckenplastik ist keine Methode zur Gewichtsreduktion! Für ein optimales Ergebnis sollte vor der Operation ein angemessenes(z. B. Normalgewicht + 10%) Körpergewicht erreicht sein.

Aufgrund des Heilmittelwerbegesetz (HWG) §11 (1) 5. bildliche Darstellung ist es verboten, außerhalb der Fachkreise für Arzneimittel, Verfahren, Behandlungen, Gegenstände oder andere Mittel zu werben, insbesondere mit Darstellungen vor und nach einer Behandlung.

Brustchirurgie, Abklärung eines verdächtigen Befundes

Im Falle eines auffälligen Befundes in der Brust ist eine weitere Abklärung nötig. Dabei geht es darum, anhand einer feingeweblichen Untersuchung zu beweisen, ob der Befund gutartig oder bösartig ist.

Als Methode der ersten Wahl hat sich heute die sog. Stanzbiopsie durchgesetzt. Dabei werden quasi mit einer Punktion des Befundes (Hochgeschwindigkeitsstanze) meist 3-5 feine Gewebszylinder gewonnen. Diese werden dann histologisch untersucht und führen zu einem definitiven Ergebnis. Das ist besonders für die Patientin hilfreich, aber auch für den Arzt. Man weiß nun woran man ist und kann sehr detailliert über das nötige weitere Vorgehen sprechen.

Ist der Befund gutartig, erfolgt keine weitere Therapie. Mit Ausnahme, dass es sich um einen gutartigen Knoten handelt (z. B. Fibroadenom) welcher stört, schmerzt oder wächst und deshalb entfernt werden soll.

Ist der Befund bösartig, erfolgt eine individuelle Therapieplanung. Angestrebt wird normalerweise ein brusterhaltendes Vorgehen mit Entfernung des Wächterlymphknotens. Dazu wird am Tage vor der Operation der Wächterlymphknoten mit Technetium (schwache radioaktive Substanz) markiert. Am Tage der Operation wird dieser Lymphknoten zunächst aufgesucht und mit einem kleinen Schnitt in der Achselhöhle entfernt. Der Lymphknoten wird dann sofort histologisch vom Pathologen untersucht. Unterdessen wird der Knoten mit einem Sicherheitsabstand („im Gesunden“) aus der erkrankten Brust entfernt. Ist der Wächterlymphknoten (= Sentinelnode, = SN) tumorfrei, werden keine weiteren Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt. Ist der SN befallen, werden entweder weitere Lymphknoten entfernt oder die Achselhöhle muss mit bestrahlt werden.

Bestätigt der Pathologe, dass der Knoten gut „im Gesunden“ entfernt wurde, dann ist die Operation an der Brust fertig. Es muss jetzt die Brustwunde nur noch so versorgt werden, dass es zu einem guten kosmetischen Ergebnis kommt.Immer wenn bei einer bösartigen Brusterkrankung brusterhaltend operiert wird, muss zur Vervollständigung der Therapie die verbliebene Brust nachbestrahlt werden. Das geschieht nach abgeschlossener Wundheilung über 5-6 Wochen und wird ambulant durchgeführt. Allerdings gibt es auch heute noch Konstellationen, bei denen ein brusterhaltendes Vorgehen nicht möglich ist. Dies ist der Fall, wenn ein Tumor sehr groß ist, oder eine flächige Hautbeteiligung vorliegt. In diesen Fällen kann geprüft werden, ob eine Chemotherapie vor der Operation es doch noch möglich macht, brusterhaltend vorzugehen (diese Methode wird auch Down-Staging genannt). Ist auch das nicht der Fall, muss die Brust entfernt werden. Ein späterer Wiederaufbau der Brust ist möglich. Dies kann entweder durch Implantate oder auch durch körpereigenes Gewebe geschehen.

Behandlung von Brustkrebs (Mammakarzinom) als Mitglied im Brustzentrum Regio

Brustkrebs (Mammakarzinom) wird in unserer Abteilung nach den Standards des Brustzentrums Regio mit Hauptsitz in Marburg durchgeführt. Chefarzt Dr. med. P. Gilbert ist seit 2003 Mitglied des Brustzentrums und stellt damit die südlichste Außenstelle dieses Brustzentrums dar. Das bedeutet für die betroffenen Patientinnen, dass ihr „Fall“ in der Tumorkonferenz in Marburg vorgestellt und besprochen wird. Diese interdisziplinäre Konferenz tagt jeden Freitag mit Vertretern aus der Onkologie, der Strahlentherapie, der Pathologie und anderen mehr. 

Das bedeutet für unsere Patientinnen, dass sie mit den gleichen Standards operativ und onkologisch wie in Marburg angelegt behandelt werden. Die jährliche Auswertung der externen Qualitätssicherung für Mammakarzinom (EQS 18/1) zeigt, dass das St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung auf höchster Qualitätsstufe agiert.

Des Weiteren ist das St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung seit 2011 als DMP-Krankenhaus (DMP=Disease Management Program) anerkannt.

Brustsprechzeiten

Die gynäkologische Abteilung ist Teil des zertifizierten Brustzentrums Regio und arbeitet eng mit der Universitätsklinik Marburg (Prof. Dr. med. U. Wagner) zusammen. Chefarzt Dr. med. Peter Gilbert ist seit 2003 persönliches Mitglied dieses Brustzentrums und hat bisher über 700 Patientinnen nach den Leitlinien des Brustzentrums behandelt.

Patientinnen mit Brustkrebs werden nach den im Tumorzentrum festgelegten, zertifizierten Standards behandelt. Auf den wöchentlichen Tumorkonferenzen, an denen die Gynäkologen, Onkologen, Strahlentherapeuten, Pathologen und weitere Spezialisten teilnehmen, werden die Befunde jeder einzelnen Patientin individuell beraten und Therapieempfehlungen für jede Patientin festgelegt. Die jährliche externe Auswertung der Qualitätsindikatoren für Mammakarzinome (EQS 18/1) belegt, dass unsere Patientinnen auf höchster Qualitätsstufe behandelt werden.

Auch die Auswertung der Daten des Brustzentrums zeigen, dass durch die standardisierte, qualitätsgesicherte Behandlung (Diagnostik, Operation, Nachbehandlung) die Überlebensrate in den letzten Jahren stetig gestiegen ist. Wichtig ist uns die persönliche und individuelle Beratung und Betreuung unserer Patientinnen, für die wir uns im Rahmen unserer Sprechzeiten gerne Zeit nehmen

Ansprechpartner sind Chefarzt Dr. med P. Gilbert, Oberärztin Frau Z. Ghonoudi und Funktionsoberarzt P. Lang, sowie die Chefarztsekretärin unter der genannten Telefonnummer.

Brustsprechzeiten
Di 08:30 - 12:00
Fr 08:30 - 12:00

Nach telefonischer Vereinbarung mit dem Chefarztsekretariat.

Termine außerhalb dieser Zeit nach telefonischer Vereinbarung.

  • Abklärung einer Operationsindikation bei einer Veränderung in der weiblichen sowie der männlichen Brust
  • Gewebeprobeentnahme der Brust (Mammastanze, in lokaler Betäubung)
  • Beratung über brustrekonstruierende- und wiederaufbauende operative Verfahren sowie Verkleinerungen einer Brust
  • Terminierung eines stationären Aufnahmetermins
  • Brustultraschalluntersuchungen

Endometriumablation - Operation bei zu starker Regelblutung

Hat man früher häufig auch im Falle exzessiver Periodenblutungen zur Entfernung der Gebärmutter geraten, so steht heute eine ambulant durchführbare minimal-invasive Methode zur Verfügung: die Endometriumablation.

Das Prinzip der Operation besteht auf der Verschorfung (= Koagulation) der innersten Schicht der Gebärmutter, dem Endometrium. Dazu wird nach vorangegangener Gewebsgewinnung zum Ausschluss einer bösartigen Erkrankung, ein feines Instrument mit einer rollenden Kugel an der Spitze eingeführt. Unter Sicht wird durch Zugabe von Koagulationsstrom die Gebärmutterhöhle "ausgebrannt". Der Erfolg der Operation zeigt sich darin, dass nur noch eine ganz geringe bzw. keine Periodenblutung auftritt. Häufig erlebt die Patientin innerhalb von wenigen Wochen ein neues Lebensgefühl, weil die oft einhergehende Anämie (= Blutarmut) sich normalisiert hat.

Die Methode eignet sich allerdings nur für Frauen deren Familienplanung abgeschlossen ist. Durch die Verödung der Gebärmutterschleimhaut kann sich eine entstehende Schwangerschaft nicht "einnisten". Die Endometriumablation ist keine Methode der Sterilisation! Sollte diese gewünscht werden, muss der Eingriff mit einer Eileiterverschorfung per Bauchspiegelung kombiniert werden.

Laparoskopische Hysterektomie (TLH und LASH)

Besonders bei zu starken und schmerzhaften Regelblutungen kann es sinnvoll sein, die Gebärmutter zu entfernen. Lange stand hierfür die vaginale Gebärmutterentfernung als schonendste Technik zur Verfügung. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass kein Bauchschnitt erforderlich ist. Dadurch verkürzt sich die Erholungszeit nach dem Eingriff deutlich.

Mit der Weiterentwicklung der endoskopischen Technik ist es heute möglich, die Gebärmutter ganz (TLH = totale laparoskopische Hysterektomie) oder oberhalb des Gebärmutterhalses (LASH oder LSH = laparoskopische suprazervikale Hysterektomie) zu entfernen. Dazu wird die Technik der Bauchspiegelung (Laparoskopie) angewendet.

Im Falle der LASH wird nur der obere Teil der Gebärmutter bis zum Gebärmutterhals entfernt (supra zervikal, lat. = oberhalb des Halses). Das hat den Vorteil, dass die aufhängenden und stabilisierenden Bandstrukturen für Blase und Scheide im Becken erhalten bleiben. Das hat insbesondere dann große Bedeutung, wenn keine Senkung besteht und man davon ausgehen kann, dass diese Bandstrukturen intakt sind. Sind diese Strukturen im Rahmen einer Senkung schlaff, entfällt dieser o. g. Vorteil.

Ein Nachteil beim Erhalt des Gebärmutterhalses ist, dass weiterhin Vorsorgeabstriche notwendig sind. Dies ist auch der Grund, warum bei einem verdächtigen Abstrich diese Methode nicht in Frage kommt. In diesem Fall muss die Gebärmutter komplett entfernt werden.

Bei allen Fällen, wo insbesondere die schmerzhafte Periodenblutung(=Dysmenerrhoe) im Vordergrund steht und ansonsten normale anatomische Verhältnisse vorliegen, können wir die LASH als Operationsmethode empfehlen.

TVT – TO - Operation

Für Patientinnen mit einer Belastungsinkontinenz (= Urinabgang bei Husten, Pressen, Nießen o. ä.) steht seit etwa zehn Jahren eine neue OP-Methode zur Verfügung: Die TVT-Operation = Tensionfree vaginal tape, zu deutsch: spannungsfrei (liegendes) vaginal (eingeführtes) Band.

Wie Sie auf der Skizze erkennen können, wird das etwa 1 cm breite Band spannungsfrei um die Harnröhre gelegt. Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt. Die Operationsdauer ist mit ca. 25 - 35 Minuten kurz, und falls Sie berufstätig sind, sind die Ausfallzeiten am Arbeitsplatz gering. Der stationäre Aufenthalt beträgt 4-5 Tage. Die Ergebnisse des Verfahrens sind sehr gut. 84 Prozent der Patientinnen sind auch zwei Jahre nach dem Eingriff kontinent, also geheilt, weitere 8 Prozent sind gebessert. Das entspricht einer Erfolgsrate von 92 Prozent. Heute wird das Band in der Regel nicht mehr nach oben um das Schambein gelegt, sondern nach links und rechts ausgeleitet (TVT-TO Methode). Dieses Vorgehen ist anatomisch noch sicherer.


Auch die Langzeitergebnisse von Prof. Ulmsten aus Schweden, dem Erfinder der Methode, sind ermutigend. Sie zeigen, dass auch nach 8 Jahren - im Gegensatz zu anderen Methoden - das Ergebnis (die Kontinenzrate) erhalten bleibt.

Urogynäkologische Diagnostik und Therapie, AGUB II Zertifizierung

Im Bereich der urogynäkologischen Diagnostik (Befunderhebung, urodynamische Messung, Pelvic Floor Sonografie =spezielle Beurteilung des Beckenbodens mit Ultraschall) werden etwa 200 Untersuchung /Jahr durchgeführt. 
Dadurch werden zunehmend alle Formen der Inkontinenz und der Senkungen diagnostiziert und primär richtungsweisend behandelt. Hierzu gehören die Verschreibung bestimmter Medikamente vorwiegend gegen die Dranginkontinenz sowie der Erstanpassung von Silikon-Scheiden Pessaren bei Senkung oder Inkontinenz. 
Die notwendigen Medikamente oder Hilfsmittel (Pessare) können nur auf einem Privatrezept verordnet werden, da die Teilnahme an der kassenärztlichen Versorgung von Seiten der Kassenärztlichen Vereinigung(KV) nicht erwünscht ist.

Darüber hinaus werden alle Verfahren zur Operation einer (Belastungs-) Inkontinenz oder Senkung angeboten. S. TVT/TOT Operation, s. Senkungsoperation. Außerdem bieten wir zusammen mit der chirurgischen Abteilung auch die Abklärung Stuhlentleerungsstörungen, analer Inkontinenz und Senkungszuständen des Mastdarms an.

Durch die Arbeitsgemeinschaft Urogynäkologie und Beckenbodenrekonstruktion (=AGUB) wurde Chefarzt Dr. med. P. Gilbert im Jahre 2010 die Zertifizierung nach AGUB II verliehen. Dies dokumentiert einen ausgezeichneten Qualitätsstandard für die erbrachten Leistungen auf diesem Gebiet.

Verkleinerungsoperation der Brüste (Reduktionsplastik)

Die Reduktionsplastik ist ein Eingriff zur Größen- und Gewichtsreduktion der Brüste. Nach individueller Beratung und Planung muss die beste der möglichen Techniken ausgewählt werden. Der wesentliche Unterschied liegt in der Vorgehensweise an der Brustwarze. Ist das zu erwartende Reduktionsgewicht pro Seite größer als 1.000 g, so kann eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich sein. Die bei Selbstzahlung entstehenden Gesamtkosten betragen derzeit ca. 5.600.- Euro. Bei sehr großem Reduktionsgewicht (> 1.000g) muss die Brustwarze in der Regel frei transplantiert werden. Bei kleineren Gewichten werden die Brustwarzen "gestielt".

Typische, aber seltene Komplikationen(<1%) sind die Mangeldurchblutung der Brustwarze, nach Wundinfektion und die schlechte / überschießende Narbenbildung (Keloid). Um diese Risiken zu minimieren, ist bei diesem Eingriff die stationäre Vorgehensweise obligatorisch.

Aufgrund des Heilmittelwerbegesetz (HWG) §11 (1) 5. bildliche Darstellung ist es verboten, außerhalb der Fachkreise für Arzneimittel, Verfahren, Behandlungen, Gegenstände oder andere Mittel zu werben, insbesondere mit Darstellungen vor und nach einer Behandlung.

TGE - gTrägergesellschaft mbH für die Einrichtungen der Schwestern vom Göttlichen Erlöser  (Niederbronner Schwestern) X