Ist doch normal, dass man im Alter häufiger auf Toilette muss St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung

Pressemitteilung

„Ist doch normal, dass man im Alter häufiger auf Toilette muss“

Dr. med. P. Gilbert, Chefarzt der Fachabteilung Gynäkologie im St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung klärt anlässlich des Internationalen Inkontinenztages (30.06.2019) auf

Gießen, 24.06.2019. „Ist doch normal, dass im Alter die Blase schwächer wird und dass man häufiger auf die Toilette muss.“ Das dachte auch Frau K. Als aber die Anzahl der Toilettengänge tagsüber auf 21 und nachts auf 6 Mal angestiegen waren, kamen ihr Zweifel. Der Leidensdruck war hoch.

Die Ärzte der gynäkologischen Fachabteilung des St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung unter Leitung von Chefarzt Dr. med. Peter Gilbert und Oberärztin Dr. med. Zübeyde Pamukci führten bei Frau K. eine urogynäkologische Untersuchungen durch. Diese besteht aus verschiedenen Bausteinen. Die zentralen Elemente sind eine Pelvic-Floor-Sonografie, ein spezieller Beckenbodenultraschall, sowie eine Messung des Blasen- und Harnröhrendrucks in Ruhe und beim Husten.

Bei Frau K. war die Diagnose eindeutig. Es handelte sich um eine hochgradige Drang-Inkontinenz mit einem überempfindlichen Blasenverschlussmuskel. Frau K. bekam Medikamente sowie eine vaginal lokale Behandlung mit einem schwachen Östrogen verordnet. Sie wurde gebeten, die verordneten Medikamente regelmäßig zu nehmen und sich nach sechs Wochen erneut vorzustellen. Bei Frau K. war die Therapie sehr erfolgreich. Sie hatte ein sogenanntes Miktionstagebuch (Toiletten- und Trinkprotokoll) geführt. Unter der Therapie waren die Toilettengänge tagsüber schließlich auf 7 Mal und nachts auf 1 Mal zurückgegangen.

Es gibt Fälle, wo diese eingesetzten Medikamente nicht helfen. In diesen Fällen wird die nächste Stufe der Drang-Therapie angeboten: die Botoxinjektion in die Blasenwand. Hierbei werden 100 Einheiten Botox an ca. 20 Stellen via Harnröhre in die Blasenwand injiziert. Dadurch kann die Blase wieder mehr Urin speichern, und die Anzahl der Toilettengänge sinkt. Das unangenehme Dranggefühl verliert sich.

Lassen sich denn alle Formen der Inkontinenz mit Medikamenten behandeln? Leider nein. Wenn im Vordergrund der Urinabgang bei Husten, Lachen, Heben oder sogar schon bei Alltagsarbeiten steht, dann ist die Einlage einer sog. spannungsfreien Schlinge („TOT-Band“) unter die Harnröhre der erfolgversprechendste Weg. Die Chance, wieder kontinent zu werden, liegt bei fast 90 Prozent.

Chefarzt Dr. Gilbert möchte den Patientinnen Mut machen, mit ihrem Problem nicht alleine zu bleiben und rät: „Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und Ihrer Ärztin. Gerne bieten wir Ihnen die Abklärung Ihrer Beschwerden an.“

Schwerpunkt Beckenboden:

Auch andere Erscheinungsformen von Inkontinenz oder Senkungszuständen des Beckenbodens werden interdisziplinär im gemeinsamen Beckenbodenschwerpunkt mit Dr.
med. Torsten Brückner, Chefarzt der Allgemein- und Visceralchirurgie, und seinem Team behandelt. Das Spezialgebiet von Visceralchirurg und Proktologe Chefarzt Dr. Brückner ist die „Anale Inkontinenz“.

Weitere Informationen zur Fachabteilung Gynäkologie

In der gynäkologischen Fachabteilung des St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung werden nahezu alle gängigen Erkrankungen der Frauenheilkunde behandelt. Dabei werden ausschließlich jene Behandlungsmethoden angewendet, die sich auf der Höhe der aktuellen Wissenschaft befinden und in der Praxis bewährt haben.

Terminvergabe und Überweisung / Einweisung

Harninkontinenzsprechzeit: Mo - Fr 08:30 - 12:00. Nach telefonischer Vereinbarung mit dem Chefarztsekretariat: 0641 7002-320.
Weitere Infos unter www.jokba.de.

Autor: Dr. med. Peter Gilbert, Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe, St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung

Foto: Dr. med. Peter Gilbert, Chefarzt der Gynäkologie, St. Josefs Krankenhaus Balserische Stiftung. CR: Andreas Bender

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